Apfelbaumprojekt

Im April 2019 haben wir das Apfelbaumprojekt für Lutindi gestartet. Äpfel sind in Tansania ein sehr teurer Nahrungsmittel und deshalb haben wir uns entschieden, dieses Projekt in Eigenregie aufzulegen.

Für die Primary School (Grundschule) hatten wir deshalb 24 Apfelbäume (in drei verschiedenen Sorten) bestellt, die Anfang August 2019 dann auf dem ausreichend großen Schulgelände angepflanzt wurden. Zudem wurden weitere bestellte 6 Bäume dem Areal des Lutindi Mental Hospitals, einem unserer wichtigsten Kooperationspartner vor Ort, gepflanzt. Am Pflanztag war nicht nur das ganze Dorf auf den Beinen. Regionalpolitiker kamen aus Korogwe und wichtige Personen des öffentlichen Lebens, um der Pflanzaktion beizuwohnen.

Nachdem die erste Pflanzung gut angegangen war und alle Bäume auch das Unwetter von Ende 2019 überstanden hatten, haben wir 60 weitere Bäume geordert, die fast alle einen Baumpaten aus dem Umfeld der Fans des MSV Duisburg gefunden haben. Insgesamt konnten so 50 weitere Bäume unterschiedlicher Sorten auf dem Areal der Grundschule angepflanzt werden sowie 10 Bäume auf dem Gelände des Lutindi Mental Hospitals. Die spätere Ernte soll den Schülerninnen und Schülern sowie den Patienten des Hospitals als wichtige Nahrungsergänzung dienen.

Überdies hinaus hat dieses Projekt auch einem pädagogischen Aspekt, da die Kinder in Absprache zwischen uns und der dortigen Schulleitung die persönlichen Baumpatenschaften (Thema Pflege, Bewässerung, Ernte) übernehmen werden. Stichwort Verantwortung! Lutindi ist damit in ganz Tansania eines der ganz wenigen Standorte, an dem Apfelbäume angepflanzt wurden. In einigen Jahren steht hier ein stattlicher Hain.

Die Bilder von beiden Pflanzaktionen sprechen für sich.

 

So einfach, wie sich das Projekt anhört, war es aber nicht. Zuerst mussten Sorten gefunden werden, die für eine jährliche Blüte und damit Fruchtausbildung keine Frostperiode benötigen. Frost und Schnee sind in den tansanischen Usambara-Bergen aber nicht das, was man klimatisch dort vorfindet.

In Europa sind wir bei der Suche nach solchen Sorten nicht fündig geworden. In Kalifornien allerdings gibt es eine Baumschule, die sich darauf spezialisiert hat, für die Tropen und Subtropen geeignete und ausreichend resistente Bäume zu züchten.

Mit Kevin, Inhaber der kalifornischen Baumschule „Kuffel Creek“ konnten wir Kontakte zu unserem jetzigen tansanischem Lieferanten „Tamu Tamu Apple“ knüpfen. Mit „Tamu Tamu Apple“ wurde die ideale Sortenzusammenstellung für das Klima in den Usambara-Bergen geklärt. Unser ZAC-Gründungsmitglied Martin Osing, selbst im Gartenbau tätig, hat uns dabei unterstützt, an „Tamu Tamu Apple“ die richtigen Fragen zu stellen.

Unser Mitarbeiter Ombeni hat kurz vor der Auslieferung an einem zweitägigen Lehrgang in der tansanischen Baumschule teilgenommen, in dem ihm die Grundlagen zum Anpflanzen und Pflegen von Apfelbäumen vermittelt wurde.

Der ZAC e.V. konnte zur Refinanzierung dieses Sonderprojekts für fast alle Apfelbäumchen einen Baumpaten finden, denen wir für ihre Spende sehr verbunden sind.

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