Herberge für Schülerinnen

Die Gemeinde Lutindi ist an uns mit der Bitte herangetreten, uns im Rahmen unserer infrastrukturellen Entwicklung für den Ort an einem schulischen Projekt zu beteiligen.

Demnächst wird in Lutindi, unweit unseres Baugrundstückes, die „Secondary School Lutindi“ gebaut. Dieses Schulsystem baut auf der sog. „Primary School“ auf und ist als weiterführende Schule zu verstehen. Hier werden auch Kinder aus weiter entfernten Ortschaften die Möglichkeit des weiterführenden Schulbesuchs haben.

Dabei ergibt sich eine Problematik gerade für heranwachsende junge Mädchen. Viele haben dann einen beschwerlichen und weiten Schulweg zu bewältigen, auf dem auch die Sicherheit und Unversehrtheit der Mädchen nicht gewährleistet ist. Vom langen Weg zur Schule ermüdete Schülerinnen, zumeist noch hungrig, haben keine gute Voraussetzungen für konzentriertes Lernen.
Hier soll nur für die Mädchen mit weiten Schulweg eine Möglichkeit geschaffen werden, diese Mädchen von weit außerhalb in einer der Schule nahegelegenen und neu zu bauenden Unterkunft innerhalb der Schulwoche unterzubringen, Damit könnte Ihnen eine vernünftige Übernachtungsmöglichkeit mit Verpflegung angeboten werden.

Wir haben nach Absprache mit der Gemeindeverwaltung bereits signalisiert, dass wir uns, sobald die Arbeiten an der neuen Secondary School begonnen haben, an den Bau- und Folgekosten dieser Unterbringungsmöglichkeiten beteiligen werden.

Bienenprojekt

Wer „A“ wie Apfelbäume sagt, sollte auch, der Logik folgend, gleich „B“ wie Bienen sagen. Deshalb haben wir beschlossen, zusätzlich zur Anpflanzung von 30 Apfelbäumen ein eigenständiges Bienenprojekt in Lutindi zu starten.

Weil hierzu entsprechendes Wissen notwendig ist, werden wir einen „Bienenverantwortlichen“ aus Lutindi bestimmen, der sich dem Projekt inhaltlich widmet. Im nahegelegenen Lushoto werden in jährlich regelmäßigen Abständen Ausbildungen zum Imker angeboten. Zum nächstmöglichen Termin entsenden wir unseren „Bienenverantwortlichen“, der sich anlässlich einer solchen Ausbildung dort zum Imker zertifizieren lässt.

Die Kosten trägt der ZAC. Ebenso wie für die Anschaffung der notwendigen Imker-Ausrüstung und für das erste Bienenvolk, das wir unweit von Lutindi von einem nahegelegenen Dorf bekommen können.

Die Bienenstöcke werden späterhin auf unserem Grundstück stehen und von den Einheimischen betreut. Der geerntete Honig soll zu einem Drittel an die Kinder im örtlichen Kindergarten als Nahrungsergänzung verteilt werden, zu einem Drittel als Einnahmequelle für den/die Imker dienen und zu einem Drittel einen mehr ideell gedachten Finanzierungsbeitrag zu unserem Kinderdorfprojekt leisten.

Neben der Honiggewinnung machen wir mit diesem Nebenprojekt auch die Bestäubung der Apfelbäume ein Stück weit sicherer und schaffen Arbeitsplätze.

Interessant war es auch zu erfahren, dass es in Tansania zumeist stachellose Bienenvölker gibt (sog. Melipolini) gibt. Im Gegensatz zu unseren einheimischen Honigsammlern verteidigen die „Soldatinnen“ dieser Gattung ihre Nester mit einer Säuresubstanz.

Apfelbaumprojekt

Im April 2019 haben wir das Apfelbaumprojekt für Lutindi gestartet. Äpfel sind in Tansania ein sehr teurer Nahrungsmittel und deshalb haben wir uns entschieden, dieses Projekt in Eigenregie aufzulegen.

Für die Primary School (Grundschule) wollen wir gut 24 Apfelbäume (in drei verschiedenen Sorten) auf dem ausreichend großen Schulgelände anpflanzen, die den Schülern als wichtige Nahrungsergänzung dienen sollen. Überdies hinaus hat dieses Projekt auch einem pädagogischen Aspekt, da die Kinder in Absprache zwischen uns und der dortigen Schulleitung die persönlichen Baumpatenschaften (Pflege, Bewässerung, Ernte) übernehmen werden. Stichwort Verantwortung!

Zudem sollen weitere 6 Bäume dem Lutindi Mental Hospital, einem unserer wichtigsten Kooperationspartner vor Ort, zur Verfügung gestellt werden.

So einfach, wie sich das anhört, war es aber nicht. Zuerst mussten Sorten gefunden werden, die für eine jährliche Blüte und damit Fruchtausbildung keine Frostperiode benötigen. Frost und Schnee sind in den tansanischen Usambara-Bergen aber nicht das, was man klimatisch dort vorfindet.

In Deutschland sind wir bei der Suche nach solchen Sorten nicht fündig geworden. In Kalifornien allerdings gibt es eine Baumschule, die sich darauf spezialisiert hat, für die Tropen und Subtropen geeignete und ausreichend resistente Bäume zu züchten.

Mit Kevin, Inhaber der kalifornischen Baumschule „Kuffel Creek“ konnten wir Kontakte zu unserem jetzigen tansanischem Kooperationspartner „Tamu Tamu Apple“ knüpfen. Mit „Tamu Tamu Apple“ wurde die ideale Sortenzusammenstellung für das Klima in den Usambara-Bergen gekläret. Unser ZAC-Gründungsmitglied Martin Osing, selbst im Gartenbau tätig, hat uns dabei unterstützt, an „Tamu Tamu Apple“ die richtigen Fragen zu stellen. Geliefert und in einer Gemeinschaftsaktion gepflanzt werden die Bäumchen dann im Juli 2019.

Unser Mitarbeiter Ombeni wird zudem an einem zweitägigen Lehrgang in der tansanischen Baumschule teilnehmen, in dem ihm die Grundlagen zum Anpflanzen und Pflegen von Apfelbäumen vermittelt wird.

Der ZAC e.V. konnte zur Refinanzierung dieses Sonderprojekts für jedes einzelne Apfelbäumchen einen Baumpaten finden.

Lutindi Cultivation Cooperative

Wir sammelten Geldern für das Projekt „Gründung einer kommunalen Agrargenossenschaft“ zugunsten alleinerziehender Mütter in Lutindi, denen wir auf unserem 90.000 m² großen Grundstück eine Landparzelle zum Eigenbewirtschaften zur Verfügung stellen werden.

Hierzu wird der ZAC das Saatgut und die notwendigen Gerätschaften stellen. Die  vorläufigen Plankosten liegen bei rund 3.000 Euro. Stand Mai 2019 konnten über die Fans des MSV Duisburg im MSV Portal und gewerbliche Spender aus der Lebensmittelindustrie bereits rund 2.100 Euro gesammelt werden.

Ziel ist es, dass die alleinerziehenden Mütter, die ansonsten nicht alleine für den Lebensunterhalt der Familie sorgen können, damit in die Lage versetzt werden, für sich selber Nahrungsmittel anzubauen und Ernteüberschüsse auf dem Markt zu verkaufen. Diese Überschüsse sollen dazu dienen, dass die Frauen sich selbständig machen können, indem sie z.B. damit eine Nähmaschine anschaffen. Auch hier wieder „Hilfe zur Selbsthilfe“ als oberstes Leitprinzip.

Unterstützt werden wir fachlich und beratend von unserem Gründungsmitglied Martin Osing und seinem Netzwerk in Hinblick auf sinnvolle Saatgüter, Anbaumethoden, Fruchtfolgen, Bodenoptimierung. Und das alles im Rahmen eines ökologisch sinnvollen, rein biologischen Anbaus für eine gesunde Ernährung und mit pädagogischem Mehrwert für die Region.

Vorläufiger Kostenvoranschlag

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B a u p h a s e  1

Die MeTL-Group und die tansanische ZAC-Tochter „C.B.R.O.“ haben im Sept. 2018 einen Vertrag über die kostenfreie Gestellung eines 90.000 m² großen  Baugrundstücks durch die MeTL-Group (Grundstückseigentümer) geschlossen. 

Wegbau Grundstück

Die ersten beiden Bilder (v.l.n.r.) zeigen die Begehung der noch zugewachsenen Zuwegung zum späteren Baugrundstück. Bild 3 zeigt die in Handarbeit ausgefertigten Arbeiten zur Anlage der Zuwegung. Auf Bild 4 ist nach gut 14 Tagen der fast fertige, 1 km lange Weg zum Grundstück zu sehen.

Bodengutachten, Grundbucheintrag,
Vermessungskosten, Rodung                                                                   3.500 €

Kostenübernahme des Bodengutachtens durch
Katja und Jens Zühlsdorf, Dinslaken

Bau einer Zisterne (Brauchwasser) und eines
Tiefbrunnens (Trinkwasser)                                                                          6.000 €
zu 50% bereits finanziert von Krohne Messtechnik, Duisburg

Zisterne

Beispielbild Zisterne



Abwasserbecken                                                                                       1.500 €
gespendet von
Perfacts GmbH, Dorsten,
gemeinsam mit
b-light Reflective Ware, Dorsten 

Pumpstation mit Wasserspeicher (Beispielbild)
ink. Verrohrung                                                                                       15.500 €
gespendet von
Hargreaves raw material services
GmbH, Duisburg

und Familie Eller, Duisburg

 

Wasserturm

Beispielbild Wassertank

 

Energiehäuschen Solar/Photovoltaik (Beispielbild) und Leitungen                   10.000 €

Solar

Beispielbild Stromversorgung via Solar-Panelen

 

Kinderwohnhaus 1 für 12 Kinder  (12m x 8.5m)                                   10.000 €
gespendet von
Hargreaves raw material services GmbH

und Familie Eller, Duisburg

Kinderwohnhaus 2 für 12 Kinder (12m x 8.5m)                                            10.000 €

Gemeinschaftshaus mit Speisesaal und
sanitären Einrichtungen                                                              
             27.500 € 

Dorfküche im Gemeinschaftshaus                                                               10.000 €

Vorratsraum                                                                                              5.000 €
gespendet von
Krohne Messtechnik GmbH, Duisburg

Baugrund planieren                                                                                   30.000 €

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B a u p h a s e  2

Wohngebäude Dorfleitung mit Empfang und Verwaltung                               15.000 €

2 Wohnhäuser für Kinder (12m x 8.5 m)                                                    20.000 € 

Hofladen                                                                                                   10.000 €

Nutztierstallungen                                                                                       5.000 €

Kleinviehgehege                                                                                          3.500 €

Überdachter Spielplatz                                                                                 3.000 €

Toranlage / Eingang Objektschutz                                                           2.500 €
gespendet von
MSV Duisburg e.V.

Anbauflächen samt Gerätschaften                                                                 8.000 €

Pflasterarbeiten (Wege) im Dorfbereich                                                       10.000 €

Mobiliar für alle Häuser                                                                              22.000 €

Garage und Geräteschuppen                                                                        5.000 €

Gebrauchter Geländewagen (Beispielbild) für Versorgungsfahrten                  10.000 €

jeep

Beispielbild Nutzfahrzeug

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B a u p h a s e 3

1 Wohnhaus für Kinder (12m x 8.5 m)                                                        10.000 €

2 Lodges für Touristen und Volontäre  (6 x 7 m)                                           20.000 €

Überdachter Dorftreffpunkt                                                                      5.000 €
gespendet von den
Kupfergeldsammlern aus dem Fankreis des MSV Duisburg

Ausbildungs-Center                                                                                   20.000 €

Geplante Originalhalle für die Ausbildungswerkstatt

 

Begrünung/Beschattung Dorfbereich                                                      2.000 €
gespendet vom
Grafschafter Lions Club (GLCM),
Moers

Fußballplatz-Neugestaltung                                                                                1.500 €
für die beiden Schulen und den C.B.R.O. Lutindi FC
gespendet von den
Fans des MSV Duisburg

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Vorläufige Gesamtplankosten*                                                            302.500 €

davon bereits durch Objekt-Spenden abgedeckt                                           45.000  €                

Sie können sich vorstellen, auch eine Objektpatenschaft zu übernehmen? Was dafür notwendig ist, erfahren Sie hier.

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Die Gesamtplankosten beinhalten keine Nachhaltigkeitskosten für Personal, Betriebskosten etc., sondern rein die  budgetierten Bauerstellungskosten + einige Anschaffungen neben den direkten Bauaktivitäten. 

Die oben stehenden Euro-Angaben für die einzelnen Teilobjekte basieren auf Referenzwerten vergleichbarer Objekte und verstehen sich daher als ca-Angabe, die im Einzelfall in nach oben oder unten tendieren können..

Aufbau einer eigenen Fußballmannschaft in Tansania

Im April 2018 haben wir uns gemeinsam mit unserer tansanischen NGO C.B.R.O.(Children Bases Reinforcement Organization) entschlossen, in Lutindi ein eigenes Fußballteam zu gründen, das nach einem entsprechenden Spieler-Auswahlverfahren als sportlicher Botschafter unseres Projekts zum Spielbetrieb angemeldet wurde.

Der C.B.R.O. LUTINDI FC war gegründet.


Die Ausstattung des Teams mit zwei kompletten Trikotsätzen übernahm der Trikotausstatter des MSV Duisburg, der US-Amerikanische Ausrüster „Capelli“. Fans des MSV Duisburg spendeten Geld für die Anschaffung von 25 Paar Fußballschuhen. Die Begeisterung beim neuen Team war groß. Es gab bei Ankunft der Trikots und Schuhe einen spontanen Freudentanz (siehe Video in unserem Medienbereich).

Zum Fußballspielen gehört aber auch ein vernünftiger Fußballplatz. Der vorhandene Acker war nahezu unbespielbar, so dass wir uns entschlossen haben, für die Gemeinde Lutindi einen ordentlichen Sportplatz zu finanzieren und anlegen zu lassen. Dieser soll auch von den beiden Schulen des Ortes für den Schulsport genutzt werden. Im Oktober 2018 begannen die ersten Arbeiten am neuen Sportplatz. Ein Bach musste in Handarbeit umgeleitet werden. Das ganze Dorf hat ehrenamtlich angepackt und dieses Projekt umgesetzt (siehe Video in unserem Medienbereich).

November 2018 Vorbereitende Arbeiten zum Bau des Sportplatzes
Umleitung des Baches


Mitte Dezember 2018 – Die Planierarbeiten haben begonnen

Langfristige Kooperation mit dem Hans-Sachs-Berufskolleg (HSBK), Oberhausen

Dank Vermittlung der Schülerin Vanessa Strack konnte mit dem Hans-Sachs-Berufskolleg (HSBK), Oberhausen, ein für den ZAC e.V. wichtiger Kooperationspartner für die technischen Planungen der unterschiedlichsten Gewerke beim Bau des Kinderdorfes gewonnen werden. Schulleiter OStD Marc Bücker und der stellvertretende Schulleiter Dr. Ing. Sascha Geifes haben nach einem ausführlichen Gespräch eine langfristige angelegte Zusammenarbeit zugesagt. Die Leistungen des HSBK erfolgen für den ZAC e.V.  kostenfrei.

Im ersten Schritt wurden im Juli 2017 im Rahmen einer Projektwoche der Klasse FH 11 die wesentlichen Grundlagen für die Planung der Bauphase 1 gelegt. Nach gemeinsamer Erarbeitung eines Anforderungskataloges bekamen die in Gruppen aufgeteilten Schüler der FH 11, alles angehende Techniker,  den Auftrag, diverse Kinderhausmodelle zu entwerfen. Konkret ging es um die technische Planung der Kinderhäuser mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen (siehe auch Diashow).

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StD Dr.-Ing. Sascha Geifes bei der Präsentation der Projektarbeiten

Ansatz 1: Kinderhaus für 12 Kinder und House-Mama mit Küche, Gemeinschaftsraum
3 Schlafräume á 4 Kinder in Doppelbetten, Raum für die House-Mama, Abstellraum, Duschen, Toiletten,raumoptimiertes Konzept, basierend auf geringem Raumverbrauch.

Ansatz 2: Kinderhaus für 12 Kinder und House-Mama mit Küche, Gemeinschaftsraum,
3 Schlafräume á 4 Kinder in Doppelbetten, Raum für die House-Mama. Abstellraum, Duschen, Toiletten, großzügigere Gestaltung.

Ansatz 3: Kinderhaus für 12 Kinder und House-Mama ohne Küche, Gemeinschaftsraum, 3 Schlafräume á 4 Kinder in Doppelbetten, Raum für die House-Mama, Abstellraum, Duschen, Toiletten.

Ansatz 4:  Kinderhaus für 12 Kinder und House-Mama mit Küche unter Berücksichtigung eines Raumkonzepts für die Integrierung eines Kindes mit Handicap,
3 Schlafräume á 4 Kinder in Doppelbetten, Raum für die House-Mama, Abstellraum, Duschen, behindertengerechte Dusche und Toilette samt Wickelmöglichkeit, Toiletten.

Hausentwurf Beispiel2

Eine von vielen Außenansichten aus den Entwürfen des HSBK für ein Kinderhaus.

Hausentwurf Beispiel 1

Einer von mehreren Entwurfsvorschlägen – Grundriss eines Kinderhauses

Screenshot_2

Grundriss des künftigen, zweiteiligen Gemeinschaftshauses, entwickelt von den Technikern des HSBK-Oberhausen, finalisiert in Zusammenarbeit mit unseren tansanischen Mitarbeitern vor Ort.

Ein Dorf für die Zukunft

Das lebensfreundliche Dorf für ca. 60 Kinder, das wir schrittweise errichten wollen, ist im Biodiversitäten-Reservat der Usambara-Berge, innerhalb der Dörfergemeinschaft Lutindi, geplant.  „Liebevolle Geborgenheit, Bildung und eine zukunftsorientierte Lebensperspektive“. Genau das möchte der ZAC seinen Schützlingen dort bieten. Ein geeignetes Baugrundstück (ca. 45.000 m²) im ländlichen Nordosten des Landes wurde uns bereits quasi zu Nulltarif vertraglich überlassen. „Angaza Children’s Village“ wird das künftige Dorf heißen (Angaza ist ein Begriff aus der Landessprache Suaheli und bedeutet so viel wie „Lichtblick“).

Auf dem Grundstück auf 1.430 Metern Höhenlage wollen wir schrittweise insgesamt fünf Familienhäuser errichten, in denen jeweils zwölf Kinder leben und betreut werden können. Diese Häuser in Massivbauweise mit pfannengedecktem Satteldach sollen mit jeweils drei geräumigen Schlafräumen Platz für 12 Kinder bieten. Die für jedes Haus vorgesehene Betreuerin („House-Mama“) bewohnt ihr eigenes Zimmer.

Herzstück des Dorfes soll ein geräumiges Gemeinschaftshaus sein, wo man sich in einem freundlichen Speisesaal auch zum Einnehmen der Mahlzeiten trifft. Es soll über eine entsprechend der Dorfbelegung mitwachsende Küche und einen angrenzenden Vorratsraum verfügen. Auch die sanitären Einrichtungen für alle Dorfbewohner, also Duschen, Waschbecken und Toiletten, befinden sich unmittelbar am Gemeinschaftshaus.

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Außenansicht des zweiteiligen Gemeinschaftshauses.

Geplant ist, dass sich die Hauptgebäude im Kinderdorf um einen zentralen überdachten Treffpunkt gruppieren. Hier liegt auch ein überdachter Spielplatz, wenige Schritte weiter ein kleines Fußballfeld. Genügend Bäume sollen für ausreichend schattige Plätze auf dem gesamten Areal sorgen.

Neben den Familienhäusern und dem Zentralgebäude plant der ZAC mehrere weitere Gebäude: eine gut ausgestattete, modern und großzügig ausgelegte Ausbildungswerkstatt (Schlosserei und Näherei), ein Haus mit Schlafplatz und Büro für die Dorfleitung, eine Dorfgarage mit Geräteschuppen und einen eigenen Hofladen im Eingangsbereich des Grundstücks. Dort sollen an die Dorfbewohner aus der nahen Umgebung von Lutindi eventuelle Produktionsüberschüsse aus der projekteigenen Nutztierhaltung und aus dem Anbau von Obst und Gemüse verkauf werden, was wiederum dazu dient, einen eigenen Beitrag zu den Fixkosten des Kinderdorfes zu erwirtschaften .

Entsprechende Flächen für Kleinfelder und Beete sowie Stallungen für Nutztiere wie etwa Hühner und Ziegen wollen wir hinter dem Gemeinschaftshaus anlegen. Sie dienen zuvorderst der Selbstversorgung des Dorfes mit Nahrungsmitteln.

Natürlich braucht das Kinderdorf auch seine eigene kleine Infrastruktur. Zur Stromversorgung soll ein Energiehäuschen mit moderner Solartechnik entstehen. Dort aus Sonnenenergie erzeugter Strom kann nicht nur zum Eigenbedarf genutzt werden. Sondern auch als Tauschgut für Dienstleistungen (z.B. für das Aufladen von Mobiltelefonen) oder auch für Nahrungsmittel aus der Dorfnachbarschaft.

Im einem Wasserturm wollen wir Wasser speichern und auch die Pumpanlage sowie die Filtertechnik (PAUL-System) für die Trinkwasser-Versorgung des Dorfes installieren. Gewonnen wird das kostbare Nass über ein Frischwasserbecken, das von einem kristallklaren Bergbach, der das Grundstück durchfließt, gespeist wird. Brauchwasser für die sanitären Anlagen wird aus der Regenwasserspeicherung gewonnen. Hierfür wird eigens eine Zisterne angelegt. Dieses Wasser aus der Zisterne soll in den Trockenperioden auch zum Bewässern der landwirtschaftlichen Nutzflächen dienen.

Zur künftigen, nachhaltigen Finanzierung des Kinderdorfes sollen später noch zwei weitere Häuser (Lodges) entstehen. Hier könnten sich Touristen einmieten, die die tansanische Natur und Wildnis erleben möchten und damit zugleich unserem Dorf zu eigenen Einkünften verhelfen. Unterkunft bieten könnten diese Gebäude aber auch ehrenamtlichen Helfern unseres Projekts.

 

 

 

 

Warum Tansania?

In der föderalen Republik Tansania leben 2018 mehr als 50 Mio. Menschen. Die Bevölkerung wächst weiterhin stark, eine tansanische Frau bringt heute im Durchschnitt rund 5 Kinder zur Welt. So ist der ostafrikanische Staat  auch demographisch ein besonders junges Land, deutlich über 40% der Tansanier sind nicht einmal 15 Jahre alt.

Flächenmäßig ist Tansania mehr als zweieinhalb mal so groß wie Deutschland. Mit dem Kibo, Afrikas höchstem Gipfel im Kilimandscharo-Massiv, dem Serengeti-Nationalpark und Anteilen an den drei größten Seen des Kontinents bietet das artenreiche Land weltbekannte Naturschönheiten. Hauptstadt ist Dodoma, der Regierungssitz Dar es Salaam. Die Nationalsprache ist Swahili, Amtssprache Englisch. Im Land werden jedoch 125 Sprachen gesprochen. Christentum und Islam sind landesweit mit einem Anteil von je rund 40% in etwa gleich weit verbreitet, verschiedene Naturreligionen ergänzen das spirituelle Leben in Tansania.

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Naturvolk der Massai

Seine Geschichte ist jung und vor allem geprägt von den Kolonialmächten. Im Jahr 1885 meldete die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ territoriale Ansprüche für das deutsche Kaiserreich an und versuchte, eine deutsche Kolonie aufzubauen. Als dieser Versuch 1888 mit einem Aufstand der Einheimischen zusammenbrach, antwortete das deutsche Reich mit militärischer Gewalt. Im Ergebnis entstand die Kolonie „Deutsch-Ostafrika“.

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Mount Kilimanjaro Nationalpark

Während des Ersten Weltkriegs eroberten dann belgische und britische Truppen das Festlandgebiet des heutigen Tansania. Es geriet damit, britisch verwaltet als Tanganyika Territority, unter Völkerbundmandat.

Erst 1961 schließlich entließen die Briten Tanganyika in die Unabhängigkeit. Das Land schloss sich mit der 1964 ebenfalls unabhängig gewordenen Insel Sansibar dann zum heutigen Staat zusammen, zur Vereinigten Republik Tansania.

Tansania zählt heute zu den ärmsten Ländern der Erde.  Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt von weniger als 2 US-Dollar pro Tag.  Malaria und AIDS sind die großen Geißeln des Landes. Jedes Jahr sterben etwa 60.000 Menschen an Malaria, rund 6% der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren sind HIV-positiv. Verbreitet sind jedoch auch Cholera und typische Tropenkrankheiten wie Dengue-Fieber, Bilharziose und Schlafkrankheit. Die medizinische Versorgung der Menschen ist, trotz  erreichter Fortschritte, insgesamt unzureichend. Insbesondere in ländlichen Regionen.

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Abendstimmung im Nationalpark Serengeti

Tausende tansanische Kinder wachsen deshalb heute als Waisen auf. Die Lebenserwartung eines in 2017 geborenen Menschen in Tansania liegt bei etwa 60 Jahren und damit etwa zwei Jahrzehnte unter  der eines zeitgleich  Neugeborenen in Deutschland.

Bildung ist in allen Teilen der Welt ein Schlüssel zur Entwicklung. Das tansanische Schulsystem steht unter staatlicher Hoheit. Offiziell müssen seit 2002 keine Schulgebühren mehr bezahlt werden. In Wirklichkeit jedoch müssen sich die Eltern oft an den Bildungskosten beteiligen, etwa für Schulspeisung, Bücher, Schulmobiliar, Hefte oder Schuluniformen. Gerade in besonders armen, ländlichen Regionen führt dies zu einer ungerechten Verteilung an Bildungschancen.

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Landestypischer Schulraum – Schülerinnen und Schüler in den üblichen Schuluniformen

Alles in allem Gründe genug für ein Engagement des ZAC e.V.