1.000 blühende Bäume für Lutindi

Mitte Mai 2022 wurden die 1.000 Schößlinge heimischer Baumarten auf der neu gebauten Straße zum Kinderdorf-Baugelände mithilfe der Schüler*innen der Lutindi Primary School gepflanzt.

Angepflanzt wurden jeweils zur Hälfte die gelb blühende Sorte Markarema lutea (Palisanderholzbaum) und die blau blühenden Sorte Jakaranda mimosfolia (Sialbaum). Beide Sorten gehören zu den mittlerweile seltener gewordenen heimischen Gehölzen. Mit der Anpflanzung leisten wir nicht nur einen Beitrag zur Erosionsverhinderung, sondern auch aktiv zum Arten- Natur- und Umweltschutz. 

Als Dankeschön gab es von der „World Permaculture Association„, die die Pflanzaktion begleitete, ein T-Shirt für Ombeni. Geliefert wurden die Bäume von der „Friends of Usambara-Society“, die sich für die Nachzucht seltener heimischer Gehölze seit Jahren in den Usambara-Bergen einsetzt.

Es wurde aber nicht nur gepflanzt. Für die Kinder gab es gleich vor Ort eine Lehrstundezum Thema Natur- und artenschutz und damit zur Wichtigkeit des Erhalts der heimischen Natur. Und alle hatten Spaß dabei.

Infrastrukturelle Nebenprojekte

In Erweiterung unseres Vereinszweckes, legitimiert durch unsere Satzung, unterstützen wir die Menschen in der Region Tanga, vornehmlich in Lutindi, mit infrastrukturellen Projekten neben unserem Hauptziel, dem Bau des Kinderdorfes „Angaza Children´s Village“.
Alle Einzelmaßnahmen dienen der Verbesserung der Lebensumstände sowie der Gesundheit und der Förderung von schulischer und nachschulischer Bildung.

Zudem ist unsere gezielte Hilfe für die Bevölkerung ein wesentlicher Baustein für die kommunale Akzeptanz unseres Hauptprojektes.

Unsere Unterstützung kann vielfältiger Natur sein. Sie ist primär darauf ausgerichtet, dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu folgen. 

„Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.“ | Konfuzius

Brücke zum Grundstück

Der Weg zu unserem 91.000 m² großen Baugrundstück führt über einen Bach, der in den Regenzeiten viel Wasser führen kann und geht dann recht steil über unseren selbst angelegten, rund 1,3 km langen Weg, den wir noch zur Straße ausbauen müssen, auf unser Baugrundstück. 

Um den Weg zur Straße ausbauen zu können und damit auch Baufahrzeuge das Grundstück erreichen können, müssen wir zuerst eine auch für Lastkraftwagen befahrbare Brücke über den Bach am Fuße unseres Weges bauen. Die Brücke wurde mit einer Länge von zwölf Metern und einer Breite von 5 Metern geplant. Im Juni 2021 haben die ersten Bauarbeiten begonnen. Nach Abschluss der Rohbauarbeiten wies die Brücke eine Länge von 25 Metern und eine Breite von 5 Metern. 

Nunmehr können die Bauarbeiten zur Erweiterung unseres Weges zum Grundstück auf Straßenbreite auf einer Länge von 1,3 km in Angriff genommen werden damit auch schwerere Transportfahrzeuge mit Baumaterialien das Grundstück erreichen können.

 

Dokumentation der Baumaßnahmen

In dieser Rubrik wollen wir auf die einzelnen Bauabschnitte einzeln eingehen, um somit ein detailliertes Bild von den einzelnen Gewerken abzubilden.

Diese Einzelbaumaßnahmen können über das entsprechende Untermenü aufgerufen werden.

Beschaffung von Schulmöbeln für die Primary- und Secondary-School School

Die Primary School in Lutindi ist ein altes Gemäuer, das renovierungsbedürftig ist. Dennoch erfüllt die Schule ihren Zweck und ist, gemessen an anderen Schulen in Lutindi Ward (so der Überbegriff für die fünf Dörfer, die Lutindi bilden), noch in einem akzeptablen Zustand. Allerdings war der Zustand bei den Schulmöbeln so, dass es Zeit wurde, hier einen Austausch vorzunehmen.

Dank der Spenden von MSV-Fans und einer Großspende von MSV-Fan Peter Schürer konnten wir Mitte Februar 2021 hier insgesamt für zwei Schulen neue Stühle und neue Tische in Auftrag geben (insgesamt 140 Tische und Stühle). Diese wurden im August 2021 fertiggestellt. Davon ging die Hälfte an die Secondary-School, da hier der Hilferuf des Schulleiters uns auf fehlende Schulmöbel aufmerksam machte. Es gab merh Schüler als Arbeitsplätze. Die andere Hälfte an die Primary School.

Die ausrangierten Stühle und Tische der Primary-School wurden komplett überarbeitet (in Eigenregie der Bewohner) und an eine andere Schule in Lutindi Ward in das Dorf Tamota gegeben, nachdem wir Kenntnis über die dortige dramatische Schulsituation erhalten haben. Diese ist so dramatisch schlecht, dass wir für die Unversehrtheit der Schulkinder große Gefahren sehen (Mehr dazu im Untermenue „Situation Tamota Primary School“).

Lutindi Mental Hospital

Das erste psychiatrische Krankenhaus in Ostafrika, das Lutindi Mental Hospital, wurde 1896 von der deutschen Mission in den Usambara-Bergen gebaut und ist im Besitz der Nordost-Diözese der Evangelisch Lutherianischen Kirche in Tansania. Es ist das einzige spezialisierte Krankenhaus der ELCT. Es verfügt über eine Bettenkapazität von 120 Betten und versorgt die Region Tanga. Vor kurzem wurde das Rehabilitationszentrum Irente mit Lutindi zusammengelegt. Jetzt sind etwa die Hälfte der Patienten chronische Fälle, die den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren haben.

Das Krankenhaus wird mit Hilfe aus Deutschland unterstützt. Es hat 3 auf Psychiatrie spezialisierte Krankenschwestern und 37 weitere Mitarbeiter. 

Das LMH hat auch eine Ambulanz eingerichtet, die sich im Zentrum der Stadt Korogwe an der Hauptstraße zwischen Dares-Salam und Arusha befindet. Dieser Standort ist besser erreichbar als das Bergkrankenhaus. Das Krankenhaus betreibt auch eine Ambulanz für die örtliche Bevölkerung, in der 2 Ärzte und 4 weitere Mitarbeiter tätig sind.

Seit 2017 pflegt der ZAC e.V. sehr enge Kontakte zum Lutindi Mental Hospita und hat auch auf dem Areal des Krankenhauses das Büro der eigenen NGO „C.B.R.O.“ angemietet.

Zum Abspielen der Bilder im Großformat bitte auf ein Bild klicken

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Einrichtung eines Gemeinschafts-Nähsaals

Im letzten Herbst 2019 spendete der Weltladen Duisburg-Rumeln dem ZAC e.V. 2.000 Euro für die Anschaffung von 10 Nähmaschinen für unser geplantes Projket „Nähsaal“.

Was uns vor das große Problem stellte, welchen Frauen wir diese begrenzte Anzahl Nähmaschinen zur Verfügung stellen können, ohne dass damit innerhalb der Community so etwas wie Neid bei denen aufkommt, die nicht bedacht werden können.

Wir haben, so glauben wir, eine gute Lösung herbeigeführt. Mit dem Leiter des Lutindi Mental Hospitals, Dr. Marwa, auf dessen Areal unsere tansanische NGO „C.B.R.O.“ auch ihren Sitz hat, trafen wir folgende Vereinbarung:

das Hospital stellt uns dauerhaft und kostenfrei einen für die Installation von 10 Nähplätzen entsprechend geeigneten Raum zur Verfügung, in dem die Maschinen aufgestellt und die Nähplätze eingerichtet werden. Der Raum wird auf unsere Kosten renoviert und hergerichtet. In diesem Raum bieten wir Nähkurse für interessierte Frauen aus Lutindi an, vorrangig Frauen, die sozial schlechtgestellt sind. Gleichzeitig können aber auch Patientinnen des Hospitals im Rahmen einer Ergotherapie hier eine Ausbildung zur Näherin absolvieren.

Neben dem Ausbildungsgedanken können die Nähmaschinen aber auch von den Frauen für eigene Näharbeiten genutzt werden. Stichwort „Nähmaschinen-Sharing“.

Wir als ZAC stellen zudem eine Erstausstattung an notwendigen Stoffen und Nähmaterialien. Damit sollen landestypische Produkte aus landestypischen Stoffen hergestellt werden (z.B. Schals, Umhänge, Shirts). Die Produkte können dann, so das Angebot des Weltladens Rumeln, im Weltladen verkauft werden und die Erlöse gehen zu 50% an die nähenden Frauen und zu 50% an das chronisch unterfinanzierte Lutindi Mental Hospital.

Wir haben das Dach des zugewiesenen Raumes reparieren, Wände verputzen und hell streichen lassen. In Daressalam wurden vorab zehn Nähmaschinen unterschiedlicher Baureihen (Butterfly und elektrisch) gekauft und nach Lutindi transportiert. Ein Schreiner baute einen großen Zuschneidetisch. 

Im Februar 2021 begann die erste Ausbildungsreihe mit einer 8er-Gruppe durch eine extra dafür engagierte Schneiderin. Weitere Gruppen werden folgen. Danach kann die selbständige Arbeit beginnen und wir das Projekt als abgeschlossen betrachten.

Eine schöne Möglichkeit für die Frauen, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern und für das Lutindi Mental Hospital, eine neue Therapie anzubeiten.

(Slideshow folgt)

„Brücke der Solidarität“ für einen sicheren Schulweg

Lutindi (bedeutet übersetzt aus der Sprache Suaheli: „Dorf in den Wolken“) besteht aus fünf einzelnen Dörfern mit einer Gesamteinwohnerzahl von rund 3.000 Menschen, aus denen die Kinder teils weite Wege zur Schule auf sich nehmen, um zur Primary School oder zur neu erbauten Secondary School zu gelangen. 

In der Regenzeit ist dieser Weg für den größten Teil der Kinder gefährlich, weil sie an einer Stelle den kleinen Bach queren müssen, der sich gerade in den beiden Regenzeiten zu einem reißenden Gewässer entwickeln kann. Die letzten Regenfälle haben nun der bestehenden „Brücke“, die sich aus dem einfachen Auflegen von losen Holzbrettern definierte, den Rest gegeben. Diese „Brücke“ muss auch von kleineren Fahrzeugen überquert werden.

Die stetigen Bemühungen der Dorfbewohner, dieses zusammengeschusterte Etwas dazu zu bewegen, nicht permanent freiwillig auseinanderzufallen, waren oft nur von kurzer Haltbarkeit gesegnet. Hier, so war uns schnell klar, musste eine Lösung her, und zwar eine dauerhafte und eine speziell für die Kinder sichere.

Also gaben wir unserem ZAC-Vertreter in Lutindi, Ombeni, den Auftrag zum Bau einer festen und damit sicheren kleinen Brücke, die, so der Wunsch unserer Unterstützer aus dem MSV-Umfeld, den sinnträchtigen Namen „Brücke der Solidarität“ in Anlehnung an die bekannte Duisburger Brücke erhalten sollte.

Materialien wurden alsbald im nahem Korogwe beschafft und in die Berge transportiert, das Bachbett erhielt kurzfristig ein neues Bett und zwei stabile Betonröhren wurden längs zur Flussrichtung des alten Bachbettes verlegt. Das Ganze wurde dann mit einer stabilen Betonplatte versehen und die Flanken wurden wieder mit Material angeschüttet.

Am 16.02.2021 wurde die „Brücke der Solidarität“ unter großer Beteiligung der Gemeinde, der Schulkinder und wichtiger Persönlichkeiten aus der Politik eingeweiht.

(Diashow folgt)
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Schulmöbel für die Secondary School in Lutindi

Wenn man sich die nachfolgenden Informationen zum Schulsystem und seinen Kosten vor Augen hält, sollte man immer im Hinterkopf haben, dass das Gros der Menschen in Tansania und damit auch speziell im ländlichen Raum Lutindi unter der Armutsschwelle liegt und der Verdienst bei Menschen, die Arbeit haben, am Tag so etwa zwischen zwei und drei Euro liegt.

Das mehrfach reformierte Schulsystem in Tansania, das sich in den grundlegenden Punkten am englische Schulsystem orientiert gliedert sich in vier Bereiche:

Die freiwillige Vorschule (kommt in etwa dem Kindergarten gleich)
Die Primary School – hier sind die Schuljahre 1 bis 7  angesiedelt
Die Secondary School – hier sind die Schuljahre 8-11 angesiedelt
Die University

Generell sind die Vorschule und die Primary School kostenfrei. Aber, es besteht schon in der staatlichen Primary School eine Schuluniformpflicht. Verpflegung und Schulsachen müssen ebenfalls privat finanziert werden. So kommen schon für die Primary School monatlich rund 35,– Euro je Kind an Kosten zusammen, die sich kaum ein einfacher Tagelöhner leisten kann. Es ist auch nicht unüblich, die Kosten für die Schulmöbel auch auf die Eltern umzulegen. Diese Kosten sind unterliegt je nach Schule und Region unterschiedlich..

Um auf die Secondary School zu kommen, müssen die Schüler überdurchschnittlich gute Noten aus der Primary School mitbringen, ansonsten werden sie abgewiesen.

Auf der Secondary School gibt es Tagesschüler (also die, die im direkten Umfeld wohnen) und Internatsschüler (also die, die aufgrund eines zu weiten Schulwegs in Räumlichkeiten der Schule übernachten). Schon für die Aufnahme müssen die Schülerinnen und Schüler hier rund 100,– Euro für die Erstausstattung aufbringen. Für eine(n) Tagesschüler(in) entstehen für die Eltern Kosten von rund 450 Euro pro Jahr und für eine(n) Internatsschüler(in) rund 650 Euro.

Auch die nachfolgenden Lehrjahre müssen bezahlt werden.

Alleine hier wird schon klar, wie vielen Kindern nur Zugang zu Bildung gewährt wird, weil die Eltern sich diese Kosten in der Regel kaum leisten können. In der Primary School wird Suaheli als Gemeinschaftssprache gelehrt (im Land werden über 125 unterschiedliche Sprachen gesprochen) und in der Primary School wird zusätzlich die Amtssprache Englisch gelehrt.

In Lutindi sind beide Schulen angesiedelt, eine Primary School, die schon viele Jahre besteht und die sich in einem allgemein schlechten Gesamtzustand befindet und seit 2020 auch eine neu errichtete Secondary School. Auch hier zieht der Staat sich bei der Finanzierung elementarer Basics zurück und überlässt den Schulen, bzw. den Eltern die Deckung von Kosten, die in einem gut funktionierenden Schulsystem von staatlicher Seite hätten gedeckt sein müssen.

So ist die Leitung der Secondary School an uns herangetreten mit der Bitte um finanzielle Hilfe bei der Beschaffung von 70 fehlenden Schulmöbeln (Tische und Bänke). Es gibt bereits jetzt über 50 Schüler, die keinen Sitzplatz/Arbeitstisch haben. 

Für uns war es keine Frage: wenn sich Schülerinnen und Schüler mit enormem Fleiß für die Secondary School qualifiziert haben, dann darf die weiterführende Ausbildung nicht daran scheitern, dass sie wegen fehlender Schulmöbel nicht am Unterricht teilnehmen können. Der ZAC e.V. übernimmt die Finanzierung zu 100% und dankt den Unterstützerinnen und Unterstützern aus dem Umfeld der Fans des MSV Duisburg für die großartige Unterstützung bei diesem Teilprojekt. Im August 2021 wurden die produzieren Möbel geliefert.

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Aufbau einer Schweinezucht

Mit Beginn der COVID19-Pandemie explodierten die Fleischpreise in Tansania derart stark, so dass speziell Familien aus der ärmeren Bevölkerungsschicht sich kein Fleisch mehr leisten konnten.

Mit dem Aufbau einer eigenen Schweinezucht in Lutindi, angesiedelt bei den alleinerziehenden Frauen aus dem Single-Mother-Cultivation-Project, konnten wir diesem Missstand entgegenwirken. So haben wir die Anschaffung gesunder Tiere unter aktiver Mithilfe des örtlichen Veterinärs vorangetrieben (der auch die permanente Überwachung der Tierhaltung und deren Gesundheit übernimmt) und insgesamt 50 Jungschweine finanziert. Die Tiere wurden allesamt von Fans des MSV Duisburg gespendet . Im Vorfeld wurden bei den Häusern der frauen entsprechend große Ställe gebaut, die wichtiger Teil der Freilandhaltung sind.

Ziel ist es, genügend Schweine zu züchten, um den Eigenbedarf an Fleisch zu decken und um auch in der Gemeinde günstig Fleisch anbieten zu können. Alles, was nicht zum Eigenbedarf benötigt wird, wird auf dem lokalen Markt verkauft. Mit den Erlösen können die Frauen ihre Lebensverhältnisse verbessern.

Aber, die Frauen wurden auch verpflichtet, eine feststehende Quote an Ferkeln aus den Zuchterfolgen an unsere NGO zurückzugeben, die dafür sorgt, dass die damit erzielten Erlöse aus den Marktverkäufen in einen sogenannten „Lutindi-Aid-Fond“ fließen.

Der Fond wird von unserer NGO und der Gemeinde verwaltet und es werden gemeinsame Entscheidungen getroffen, welche Investitionen für die Gemeinschaft aus diesem sich stetig aufbauenden Fond getätigt werden sollen.