Gefährlicher baulicher Zustand des Tamota Primary Schulgebäudes

Im Rahmen der Erneuerung von Schulmöbeln durch den ZAC an der Primary- und Secondary School in Lutindi erreichte uns Anfang März 2021 ein Bericht von Ombeni bezüglich der dramatischen baulichen Zustände an der Primary School in Tamota, einem der fünf Dörfer von Lutindi. Die Bilder sprechen für sich und zeigen in aller Deutlichkeit die Baufälligkeit dieses Gebäudes.

Speziell bei den drei Klassenräumen im Außenbereich stellen sich bei jedem Statiker die Nackenhaare hoch. Man hat zwar versucht, ein neues Schulgebäude in Eigenregie zu bauen, allerdings gingen schnell die finanziellen Mittel aus und zurück blieb eine Bauruine. 

Im ersten Schritt haben wir Sorge dafür getragen, dass die ausgetauschten Tische und Stühle aus der Primary School überarbeitet (aufgehübscht) und nach Tamota verbracht werden. Selbst das ist schon ein Fortschritt für diese Schule.

Aber eigentlich gehört diese aus unserer Sicht für die Kinder höchst gefährliche Konstruktion so schnell wie möglich abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Derzeit fehlen uns allerdings dazu freie Mittel.

Wir würden uns daher sehr über zweckgebundene Spenden oder auch um eine Objektpatenschaft unter dem Stichwort „Neubau Tamota-Schule“ freuen. Nach einer ersten Einschätzung denken wir, dass wir mit einem Kapitaleinsatz von kalkulierten 20.000 Euro dort eine neue, menschenwürdige Schule bauen könnten.

Beschaffung von Schulmöbeln für die Primary School School

Die Primary School in Lutindi ist ein altes Gemäuer, das renovierungsbedürftig ist. Dennoch erfüllt die Schule ihren Zweck und ist, gemessen an anderen Schulen in Lutindi Ward (so der Überbegriff für die fünf Dörfer, die Lutindi bilden), noch in einem akzeptablen Zustand. Allerdings war der Zustand bei den Schulmöbeln so, dass es Zeit wurde, hier einen Austausch vorzunehmen.

Dank der Spenden von MSV-Fans und einer Großspende von MSV-Fan Peter Schürer konnten wir Mitte Februar 2021 hier insgesamt für drei Klassen neue Stühle und neue Tische in Auftrag geben (insgesamt 140 Tische und Stühle).

Die ausrangierten Stühle und Tische wurden komplett überarbeitet (in Eigenregie der Bewohner) und an eine andere Schule in Lutindi Ward in das Dorf Tamota gegeben, nachdem wir Kenntnis über die dortige dramatische Schulsituation erhalten haben. Diese ist so dramatisch schlecht, dass wir für die Unversehrtheit der Schulkinder große Gefahren sehen (Mehr dazu im Untermenue „Situation Tamota Primary School“).

Lutindi Mental Hospital

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Einrichtung eines Gemeinschafts-Nähsaals

Im letzten Herbst 2019 spendete der Weltladen Duisburg-Rumeln dem ZAC e.V. 2.000 Euro für die Anschaffung von 10 Nähmaschinen für unser geplantes Projket „Nähsaal“.

Was uns vor das große Problem stellte, welchen Frauen wir diese begrenzte Anzahl Nähmaschinen zur Verfügung stellen können, ohne dass damit innerhalb der Community so etwas wie Neid bei denen aufkommt, die nicht bedacht werden können.

Wir haben, so glauben wir, eine gute Lösung herbeigeführt. Mit dem Leiter des Lutindi Mental Hospitals, Dr. Marwa, auf dessen Areal unsere tansanische NGO „C.B.R.O.“ auch ihren Sitz hat, trafen wir folgende Vereinbarung:

das Hospital stellt uns dauerhaft und kostenfrei einen für die Installation von 10 Nähplätzen entsprechend geeigneten Raum zur Verfügung, in dem die Maschinen aufgestellt und die Nähplätze eingerichtet werden. Der Raum wird auf unsere Kosten renoviert und hergerichtet. In diesem Raum bieten wir Nähkurse für interessierte Frauen aus Lutindi an, vorrangig Frauen, die sozial schlechtgestellt sind. Gleichzeitig können aber auch Patientinnen des Hospitals im Rahmen einer Ergotherapie hier eine Ausbildung zur Näherin absolvieren.

Neben dem Ausbildungsgedanken können die Nähmaschinen aber auch von den Frauen für eigene Näharbeiten genutzt werden. Stichwort „Nähmaschinen-Sharing“.

Wir als ZAC stellen zudem eine Erstausstattung an notwendigen Stoffen und Nähmaterialien. Damit sollen landestypische Produkte aus landestypischen Stoffen hergestellt werden (z.B. Schals, Umhänge, Shirts). Die Produkte können dann, so das Angebot des Weltladens Rumeln, im Weltladen verkauft werden und die Erlöse gehen zu 50% an die nähenden Frauen und zu 50% an das chronisch unterfinanzierte Lutindi Mental Hospital.

Wir haben das Dach des zugewiesenen Raumes reparieren, Wände verputzen und hell streichen lassen. In Daressalam wurden vorab zehn Nähmaschinen unterschiedlicher Baureihen (Butterfly und elektrisch) gekauft und nach Lutindi transportiert. Ein Schreiner baute einen großen Zuschneidetisch. 

Im Februar 2021 begann die erste Ausbildungsreihe mit einer 8er-Gruppe durch eine extra dafür engagierte Schneiderin. Weitere Gruppen werden folgen. Danach kann die selbständige Arbeit beginnen und wir das Projekt als abgeschlossen betrachten.

Eine schöne Möglichkeit für die Frauen, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern und für das Lutindi Mental Hospital, eine neue Therapie anzubeiten.

(Slideshow folgt)

„Brücke der Solidarität“ für einen sicheren Schulweg

Lutindi (bedeutet übersetzt aus der Sprache Suaheli: „Dorf in den Wolken“) besteht aus fünf einzelnen Dörfern mit einer Gesamteinwohnerzahl von rund 3.000 Menschen, aus denen die Kinder teils weite Wege zur Schule auf sich nehmen, um zur Primary School oder zur neu erbauten Secondary School zu gelangen. 

In der Regenzeit ist dieser Weg für den größten Teil der Kinder gefährlich, weil sie an einer Stelle den kleinen Bach queren müssen, der sich gerade in den beiden Regenzeiten zu einem reißenden Gewässer entwickeln kann. Die letzten Regenfälle haben nun der bestehenden „Brücke“, die sich aus dem einfachen Auflegen von losen Holzbrettern definierte, den Rest gegeben. Diese „Brücke“ muss auch von kleineren Fahrzeugen überquert werden.

Die stetigen Bemühungen der Dorfbewohner, dieses zusammengeschusterte Etwas dazu zu bewegen, nicht permanent freiwillig auseinanderzufallen, waren oft nur von kurzer Haltbarkeit gesegnet. Hier, so war uns schnell klar, musste eine Lösung her, und zwar eine dauerhafte und eine speziell für die Kinder sichere.

Also gaben wir unserem ZAC-Vertreter in Lutindi, Ombeni, den Auftrag zum Bau einer festen und damit sicheren kleinen Brücke, die, so der Wunsch unserer Unterstützer aus dem MSV-Umfeld, den sinnträchtigen Namen „Brücke der Solidarität“ in Anlehnung an die bekannte Duisburger Brücke erhalten sollte.

Materialien wurden alsbald im nahem Korogwe beschafft und in die Berge transportiert, das Bachbett erhielt kurzfristig ein neues Bett und zwei stabile Betonröhren wurden längs zur Flussrichtung des alten Bachbettes verlegt. Das Ganze wurde dann mit einer stabilen Betonplatte versehen und die Flanken wurden wieder mit Material angeschüttet.

Am 16.02.2021 wurde die „Brücke der Solidarität“ unter großer Beteiligung der Gemeinde, der Schulkinder und wichtiger Persönlichkeiten aus der Politik eingeweiht.

(Diashow folgt)
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Schulmöbel für die Secondary School in Lutindi

Wenn man sich die nachfolgenden Informationen zum Schulsystem und seinen Kosten vor Augen hält, sollte man immer im Hinterkopf haben, dass das Gros der Menschen in Tansania und damit auch speziell im ländlichen Raum Lutindi unter der Armutsschwelle liegt und der Verdienst bei menschen, die Arbeit haben, am Tag so etwa zwischen zwei und drei Euro liegt.

Das mehrfach reformierte Schulsystem in Tansania, das sich in den grundlegenden Punkten am englische Schulsystem orientiert gliedert sich in vier Bereiche:

Die freiwillige Vorschule (kommt in etwa dem Kindergarten gleich)
Die Primary School – hier sind die Schuljahre 1 bis 7  angesiedelt
Die Secondary School – hier sind die Schuljahre 8-11 angesiedelt
Die University

Generell sind die Vorschule und die Primary School kostenfrei. Aber, es besteht schon in der staatlichen Primary School eine Schuluniformpflicht. Verpflegung und Schulsachen müssen ebenfalls privat finanziert werden. So kommen schon für die Primary School monatlich rund 35,– Euro je Kind an Kosten zusammen, die sich kaum ein einfacher Tagelöhner leisten kann. Es ist auch nicht unüblich, die Kosten für die Schulmöbel auch auf die Eltern umzulegen. Diese Kosten sind unterliegt je nach Schule und Region unterschiedlich..

Um auf die Secondary School zu kommen, müssen die Schüler überdurchschnittlich gute Noten aus der Primary School mitbringen, ansonsten werden sie abgewiesen.

Auf der Secondary School gibt es Tagesschüler (also die, die im direkten Umfeld wohnen) und Internatsschüler (also die, die aufgrund eines zu weiten Schulwegs in Räumlichkeiten der Schule übernachten). Schon für die Aufnahme müssen die Schülerinnen und Schüler hier rund 100,– Euro für die Erstausstattung aufbringen. Für eine(n) Tagesschüler(in) entstehen für die Eltern Kosten von rund 450 Euro pro Jahr und für eine(n) Internatsschüler(in) rund 650 Euro.

Auch die nachfolgenden Lehrjahre müssen bezahlt werden.

Alleine hier wird schon klar, wie vielen Kindern nur Zugang zu Bildung gewährt wird, weil die Eltern sich diese Kosten in der Regel kaum leisten können. In der Primary School wird Suaheli als Gemeinschaftssprache gelehrt (im Land werden über 125 unterschiedliche Sprachen gesprochen) und in der Primary School wird zusätzlich die Amtssprache Englisch gelehrt.

In Lutindi sind beide Schulen angesiedelt, eine Primary School, die schon viele Jahre besteht und die sich in einem allgemein schlechten Gesamtzustand befindet und seit 2020 auch eine neu errichtete Secondary School. Auch hier zieht der Staat sich bei der Finanzierung elementarer Basics zurück und überlässt den Schulen, bzw. den Eltern die Deckung von Kosten, die in einem gut funktionierenden Schulsystem von staatlicher Seite hätten gedeckt sein müssen.

So ist die Leitung der Secondary School an uns herangetreten mit der Bitte um finanzielle Hilfe bei der Beschaffung von 70 fehlenden Schulmöbeln (Tische und Bänke). Es gibt bereits jetzt über 50 Schüler, die keinen Sitzplatz/Arbeitstisch haben. 

Für uns war es keine Frage: wenn sich Schülerinnen und Schüler mit enormem Fleiß für die Secondary School qualifiziert haben, dann darf die weiterführende Ausbildung nicht daran scheitern, dass sie wegen fehlender Schulmöbel nicht am Unterricht teilnehmen können. Der ZAC e.V. übernimmt die Finanzierung zu 100% und dankt den Unterstützerinnen und Unterstützern aus dem Umfeld der Fans des MSV Duisburg für die großartige Unterstützung bei diesem Teilprojekt.

In der Slideshow sind die Möbel zu sehen, die wir in gleicher Art produzieren lassen.

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Aufbau einer Schweinezucht

Mit Beginn der COVID19-Pandemie explodierten die Fleischpreise in Tansania derart stark, so dass speziell Familien aus der ärmeren Bevölkerungsschicht sich kein Fleisch mehr leisten konnten.

Mit dem Aufbau einer eigenen Schweinezucht in Lutindi, angesiedelt bei den alleinerziehenden Frauen aus dem Single-Mother-Cultivation-Project, konnten wir diesem Missstand entgegenwirken. So haben wir die Anschaffung gesunder Tiere unter aktiver Mithilfe des örtlichen Veterinärs vorangetrieben (der auch die permanente Überwachung der Tierhaltung und deren Gesundheit übernimmt) und insgesamt 50 Jungschweine finanziert. Die Tiere wurden allesamt von Fans des MSV Duisburg gespendet . Im Vorfeld wurden bei den Häusern der frauen entsprechend große Ställe gebaut, die wichtiger Teil der Freilandhaltung sind.

Ziel ist es, genügend Schweine zu züchten, um den Eigenbedarf an Fleisch zu decken und um auch in der Gemeinde günstig Fleisch anbieten zu können. Alles, was nicht zum Eigenbedarf benötigt wird, wird auf dem lokalen Markt verkauft. Mit den Erlösen können die Frauen ihre Lebensverhältnisse verbessern.

Aber, die Frauen wurden auch verpflichtet, eine feststehende Quote an Ferkeln aus den Zuchterfolgen an unsere NGO zurückzugeben, die dafür sorgt, dass die damit erzielten Erlöse aus den Marktverkäufen in einen sogenannten „Lutindi-Aid-Fond“ fließen.

Der Fond wird von unserer NGO und der Gemeinde verwaltet und es werden gemeinsame Entscheidungen getroffen, welche Investitionen für die Gemeinschaft aus diesem sich stetig aufbauenden Fond getätigt werden sollen.

Sauberes Trinkwasser

Der Grafschafter Lions Club Moers (GLMC), der bereits 2017 eine Objektpatenschaft zugunsten des Kinderdorfprojekts „Angaza Children*s Village“ übernahm, spendete dem ZAC e.V. ein PAUL-System (Portable Aqua Unit for Lifesaving), mit dem ohne großen Aufwand aus bakteriell und viral verunreinigtem Trinkwasser sauberes Trinkwasser gewonnen werden kann.

Roland Schaffer, Ex-Präsident des Grafschafter Lions Club Moers, übergab am 28.05.2019 im Moerser Schlosspark das aus dem Eigenbestand des GLCM kommende PAUL-System mit einigen Sonderausstattungen an den ZAC e.V., das noch im Juli nach Lutindi geschickt wurde.

Katja Zühlsdorf bedankte sich im Namen des Gesamtvorstandes für diese großartige Sachspende und wurde (siehe Bild) an Ort und stelle von Roland Schaffer in die Funktionsweise des Gerätes eingewiesen. Mit dem PAUL-System steht den Kindern der Grundschule in Lutindi und allen anderen Dorfbewohnern nach der Inbetriebnahme gesundes Trinkwasser zur Verfügung.

Das PAUL-System benötigt keine externe Energiequelle, ist in der Handhabung sehr einfach gehalten und zudem äußerst robust verarbeitet. Ein patentiertes Nano-Membransystems filtert Bakterien, Viren und Schmutzanteile sicher aus dem Wasser heraus.

Bisher wurde das Trinkwasser für alle Bewohner des Dorfes aus einem Bach entnommen, der aber keimbelastet ist und Ursache für häufige Durchfallerkrankungen und starke gesundheitliche Belastungen war. Das gehört nach der Installation des PAUL in Lutindi der Vergangenheit an.

Hier ein kurzes Video zum PAUL-System, entwickelt von Prof. Dr. Frechen von der Universität Kassel>

Sofort nach der unbeschadeten Ankunft des Systems in Lutindi wurde in direkter Nachbarschaft zur Lutindi-Primary-School ein Wasserhäuschen gebaut. Oben im neu erbauten Wasserhaus befindet sich ein 500-Liter großer Brauchwasser-Einfülltank, der das noch verunreinigte Wasser in das darunter liegende PAUL-System einspeist. Hier wird  es dann gefiltert wird. Das nunmehr saubere Trinkwasser gelangt dann in einen unter dem PAUL angordneten 500-Liter großen Trinkwasser-Ausgabetank, aus dem das Dank der Umbauung gekühlte Trinkwasser entnommen werden kann.

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Bienenprojekt

Wer „A“ wie Apfelbäume sagt, sollte auch, der Logik folgend, gleich „B“ wie Bienen sagen. Deshalb haben wir beschlossen, zusätzlich zur Anpflanzung von 30 Apfelbäumen ein eigenständiges Bienenprojekt in Lutindi zu starten.

Weil hierzu entsprechendes Wissen notwendig ist, werden wir einen „Bienenverantwortlichen“ aus Lutindi bestimmen, der sich dem Projekt inhaltlich widmet. Im nahegelegenen Lushoto werden in jährlich regelmäßigen Abständen Ausbildungen zum Imker angeboten. Zum nächstmöglichen Termin entsenden wir unseren „Bienenverantwortlichen“, der sich anlässlich einer solchen Ausbildung dort zum Imker zertifizieren lässt.

Die Kosten trägt der ZAC. Ebenso wie für die Anschaffung der notwendigen Imker-Ausrüstung und für das erste Bienenvolk, das wir unweit von Lutindi von einem nahegelegenen Dorf bekommen können.

Die Bienenstöcke werden späterhin auf unserem Grundstück stehen und von den Einheimischen betreut. Der geerntete Honig soll zu einem Drittel an die Kinder im örtlichen Kindergarten als Nahrungsergänzung verteilt werden, zu einem Drittel als Einnahmequelle für den/die Imker dienen und zu einem Drittel einen mehr ideell gedachten Finanzierungsbeitrag zu unserem Kinderdorfprojekt leisten.

Neben der Honiggewinnung machen wir mit diesem Nebenprojekt auch die Bestäubung der Apfelbäume ein Stück weit sicherer und schaffen Arbeitsplätze.

Interessant war es auch zu erfahren, dass es in Tansania zumeist stachellose Bienenvölker gibt (sog. Melipolini) gibt. Im Gegensatz zu unseren einheimischen Honigsammlern verteidigen die „Soldatinnen“ dieser Gattung ihre Nester mit einer Säuresubstanz.

Apfelbaumprojekt

Im April 2019 haben wir das Apfelbaumprojekt für Lutindi gestartet. Äpfel sind in Tansania ein sehr teurer Nahrungsmittel und deshalb haben wir uns entschieden, dieses Projekt in Eigenregie aufzulegen.

Für die Primary School (Grundschule) hatten wir deshalb 24 Apfelbäume (in drei verschiedenen Sorten) bestellt, die Anfang August 2019 dann auf dem ausreichend großen Schulgelände angepflanzt wurden. Zudem wurden weitere bestellte 6 Bäume dem Areal des Lutindi Mental Hospitals, einem unserer wichtigsten Kooperationspartner vor Ort, gepflanzt. Am Pflanztag war nicht nur das ganze Dorf auf den Beinen. Regionalpolitiker kamen aus Korogwe und wichtige Personen des öffentlichen Lebens, um der Pflanzaktion beizuwohnen.

Nachdem die erste Pflanzung gut angegangen war und alle Bäume auch das Unwetter von Ende 2019 überstanden hatten, haben wir 60 weitere Bäume geordert, die fast alle einen Baumpaten aus dem Umfeld der Fans des MSV Duisburg gefunden haben. Insgesamt konnten so 50 weitere Bäume unterschiedlicher Sorten auf dem Areal der Grundschule angepflanzt werden sowie 10 Bäume auf dem Gelände des Lutindi Mental Hospitals. Die spätere Ernte soll den Schülerinnen und Schülern sowie den Patienten des Hospitals als wichtige Nahrungsergänzung dienen.

Überdies hinaus hat dieses Projekt auch einem pädagogischen Aspekt, da die Kinder in Absprache zwischen uns und der dortigen Schulleitung die persönlichen Baumpatenschaften (Thema Pflege, Bewässerung, Ernte) übernehmen werden. Stichwort Verantwortung! Lutindi ist damit in ganz Tansania eines der ganz wenigen Standorte, an dem Apfelbäume angepflanzt wurden. In einigen Jahren steht hier ein stattlicher Hain.

Die Bilder von beiden Pflanzaktionen sprechen für sich.
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So einfach, wie sich das Projekt anhört, war es aber nicht. Zuerst mussten Sorten gefunden werden, die für eine jährliche Blüte und damit Fruchtausbildung keine Frostperiode benötigen. Frost und Schnee sind in den tansanischen Usambara-Bergen aber nicht das, was man klimatisch dort vorfindet.

In Europa sind wir bei der Suche nach solchen Sorten nicht fündig geworden. In Kalifornien allerdings gibt es eine Baumschule, die sich darauf spezialisiert hat, für die Tropen und Subtropen geeignete und ausreichend resistente Bäume zu züchten.

Mit Kevin, Inhaber der kalifornischen Baumschule „Kuffel Creek“ konnten wir Kontakte zu unserem jetzigen tansanischem Lieferanten „Tamu Tamu Apple“ knüpfen. Mit „Tamu Tamu Apple“ wurde die ideale Sortenzusammenstellung für das Klima in den Usambara-Bergen geklärt. Unser ZAC-Gründungsmitglied Martin Osing, selbst im Gartenbau tätig, hat uns dabei unterstützt, an „Tamu Tamu Apple“ die richtigen Fragen zu stellen.

Unser Mitarbeiter Ombeni hat kurz vor der Auslieferung an einem zweitägigen Lehrgang in der tansanischen Baumschule teilgenommen, in dem ihm die Grundlagen zum Anpflanzen und Pflegen von Apfelbäumen vermittelt wurde.

Der ZAC e.V. konnte zur Refinanzierung dieses Sonderprojekts für fast alle Apfelbäumchen Baumpaten finden, denen wir für ihre Spende sehr verbunden sind. Alle Bäumchen sind angegangen unt trugen schon nach kurze zeit die ersten Fruchtansätze.

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