Sauberes Trinkwasser

Der Grafschafter Lions Club Moers (GLMC), der bereits 2017 eine Objektpatenschaft zugunsten des Kinderdorfprojekts „Angaza Children*s Village“ übernahm, spendete dem ZAC e.V. ein PAUL-System (Portable Aqua Unit for Lifesaving), mit dem ohne großen Aufwand aus bakteriell und viral verunreinigtem Trinkwasser sauberes Trinkwasser gewonnen werden kann.

Roland Schaffer, Ex-Präsident des Grafschafter Lions Club Moers, übergab am 28.05.2019 im Moerser Schlosspark das aus dem Eigenbestand des GLCM kommende PAUL-System mit einigen Sonderausstattungen an den ZAC e.V., das noch im Juli nach Lutindi geschickt wurde.

Katja Zühlsdorf bedankte sich im Namen des Gesamtvorstandes für diese großartige Sachspende und wurde (siehe Bild) an Ort und stelle von Roland Schaffer in die Funktionsweise des Gerätes eingewiesen. Mit dem PAUL-System steht den Kindern der Grundschule in Lutindi und allen anderen Dorfbewohnern nach der Inbetriebnahme gesundes Trinkwasser zur Verfügung.

Das PAUL-System benötigt keine externe Energiequelle, ist in der Handhabung sehr einfach gehalten und zudem äußerst robust verarbeitet. Ein patentiertes Nano-Membransystems filtert Bakterien, Viren und Schmutzanteile sicher aus dem Wasser heraus.

Bisher wurde das Trinkwasser für alle Bewohner des Dorfes aus einem Bach entnommen, der aber keimbelastet ist und Ursache für häufige Durchfallerkrankungen und starke gesundheitliche Belastungen war. Das gehört nach der Installation des PAUL in Lutindi der Vergangenheit an.

Ein kurzes Video zum PAUL-System, entwickelt von Prof. Dr. Frechen von der Universität Kassel, ist in unserer Mediathek zu sehen.

Sofort nach der unbeschadeten Ankunft des Systems in Lutindi wurde in direkter Nachbarschaft zur Lutindi-Primary-School ein Wasserhäuschen gebaut. Oben im neu erbauten Wasserhaus befindet sich ein 500-Liter großer Brauchwasser-Einfülltank, der das noch verunreinigte Wasser in das darunter liegende PAUL-System einspeist. Hier wird  es dann gefiltert wird. Das nunmehr saubere Trinkwasser gelangt dann in einen unter dem PAUL angordneten 500-Liter großen Trinkwasser-Ausgabetank, aus dem das Dank der Umbauung gekühlte Trinkwasser entnommen werden kann.

Slideshow zu den Bauarbeiten am Wasserhäuschen:

Bienenprojekt

Wer „A“ wie Apfelbäume sagt, sollte auch, der Logik folgend, gleich „B“ wie Bienen sagen. Deshalb haben wir beschlossen, zusätzlich zur Anpflanzung von 30 Apfelbäumen ein eigenständiges Bienenprojekt in Lutindi zu starten.

Weil hierzu entsprechendes Wissen notwendig ist, werden wir einen „Bienenverantwortlichen“ aus Lutindi bestimmen, der sich dem Projekt inhaltlich widmet. Im nahegelegenen Lushoto werden in jährlich regelmäßigen Abständen Ausbildungen zum Imker angeboten. Zum nächstmöglichen Termin entsenden wir unseren „Bienenverantwortlichen“, der sich anlässlich einer solchen Ausbildung dort zum Imker zertifizieren lässt.

Die Kosten trägt der ZAC. Ebenso wie für die Anschaffung der notwendigen Imker-Ausrüstung und für das erste Bienenvolk, das wir unweit von Lutindi von einem nahegelegenen Dorf bekommen können.

Die Bienenstöcke werden späterhin auf unserem Grundstück stehen und von den Einheimischen betreut. Der geerntete Honig soll zu einem Drittel an die Kinder im örtlichen Kindergarten als Nahrungsergänzung verteilt werden, zu einem Drittel als Einnahmequelle für den/die Imker dienen und zu einem Drittel einen mehr ideell gedachten Finanzierungsbeitrag zu unserem Kinderdorfprojekt leisten.

Neben der Honiggewinnung machen wir mit diesem Nebenprojekt auch die Bestäubung der Apfelbäume ein Stück weit sicherer und schaffen Arbeitsplätze.

Interessant war es auch zu erfahren, dass es in Tansania zumeist stachellose Bienenvölker gibt (sog. Melipolini) gibt. Im Gegensatz zu unseren einheimischen Honigsammlern verteidigen die „Soldatinnen“ dieser Gattung ihre Nester mit einer Säuresubstanz.

Apfelbaumprojekt

Im April 2019 haben wir das Apfelbaumprojekt für Lutindi gestartet. Äpfel sind in Tansania ein sehr teurer Nahrungsmittel und deshalb haben wir uns entschieden, dieses Projekt in Eigenregie aufzulegen.

Für die Primary School (Grundschule) hatten wir deshalb 24 Apfelbäume (in drei verschiedenen Sorten) bestellt, die Anfang August 2019 dann auf dem ausreichend großen Schulgelände angepflanzt wurden. Zudem wurden weitere bestellte 6 Bäume dem Areal des Lutindi Mental Hospitals, einem unserer wichtigsten Kooperationspartner vor Ort, gepflanzt. Am Pflanztag war nicht nur das ganze Dorf auf den Beinen. Regionalpolitiker kamen aus Korogwe und wichtige Personen des öffentlichen Lebens, um der Pflanzaktion beizuwohnen.

Nachdem die erste Pflanzung gut angegangen war und alle Bäume auch das Unwetter von Ende 2019 überstanden hatten, haben wir 60 weitere Bäume geordert, die fast alle einen Baumpaten aus dem Umfeld der Fans des MSV Duisburg gefunden haben. Insgesamt konnten so 50 weitere Bäume unterschiedlicher Sorten auf dem Areal der Grundschule angepflanzt werden sowie 10 Bäume auf dem Gelände des Lutindi Mental Hospitals. Die spätere Ernte soll den Schülerninnen und Schülern sowie den Patienten des Hospitals als wichtige Nahrungsergänzung dienen.

Überdies hinaus hat dieses Projekt auch einem pädagogischen Aspekt, da die Kinder in Absprache zwischen uns und der dortigen Schulleitung die persönlichen Baumpatenschaften (Thema Pflege, Bewässerung, Ernte) übernehmen werden. Stichwort Verantwortung! Lutindi ist damit in ganz Tansania eines der ganz wenigen Standorte, an dem Apfelbäume angepflanzt wurden. In einigen Jahren steht hier ein stattlicher Hain.

Die Bilder von beiden Pflanzaktionen sprechen für sich.

 

So einfach, wie sich das Projekt anhört, war es aber nicht. Zuerst mussten Sorten gefunden werden, die für eine jährliche Blüte und damit Fruchtausbildung keine Frostperiode benötigen. Frost und Schnee sind in den tansanischen Usambara-Bergen aber nicht das, was man klimatisch dort vorfindet.

In Europa sind wir bei der Suche nach solchen Sorten nicht fündig geworden. In Kalifornien allerdings gibt es eine Baumschule, die sich darauf spezialisiert hat, für die Tropen und Subtropen geeignete und ausreichend resistente Bäume zu züchten.

Mit Kevin, Inhaber der kalifornischen Baumschule „Kuffel Creek“ konnten wir Kontakte zu unserem jetzigen tansanischem Lieferanten „Tamu Tamu Apple“ knüpfen. Mit „Tamu Tamu Apple“ wurde die ideale Sortenzusammenstellung für das Klima in den Usambara-Bergen geklärt. Unser ZAC-Gründungsmitglied Martin Osing, selbst im Gartenbau tätig, hat uns dabei unterstützt, an „Tamu Tamu Apple“ die richtigen Fragen zu stellen.

Unser Mitarbeiter Ombeni hat kurz vor der Auslieferung an einem zweitägigen Lehrgang in der tansanischen Baumschule teilgenommen, in dem ihm die Grundlagen zum Anpflanzen und Pflegen von Apfelbäumen vermittelt wurde.

Der ZAC e.V. konnte zur Refinanzierung dieses Sonderprojekts für fast alle Apfelbäumchen einen Baumpaten finden, denen wir für ihre Spende sehr verbunden sind.

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Lutindi Cultivation Cooperative

Wir sammelten Geldern für das Projekt „Gründung einer kommunalen Agrargenossenschaft“ zugunsten alleinerziehender Mütter in Lutindi, denen wir auf unserem 90.000 m² großen Grundstück eine Landparzelle zum Eigenbewirtschaften zur Verfügung stellen werden.

Hierzu wird der ZAC das Saatgut und die notwendigen Gerätschaften stellen. Die  vorläufigen Plankosten liegen bei rund 3.000 Euro. Stand Mai 2019 konnten über die Fans des MSV Duisburg im MSV Portal und gewerbliche Spender aus der Lebensmittelindustrie bereits rund 2.100 Euro gesammelt werden.

Ziel ist es, dass die alleinerziehenden Mütter, die ansonsten nicht alleine für den Lebensunterhalt der Familie sorgen können, damit in die Lage versetzt werden, für sich selber Nahrungsmittel anzubauen und Ernteüberschüsse auf dem Markt zu verkaufen. Diese Überschüsse sollen dazu dienen, dass die Frauen sich selbständig machen können, indem sie z.B. damit eine Nähmaschine anschaffen. Auch hier wieder „Hilfe zur Selbsthilfe“ als oberstes Leitprinzip.

Unterstützt werden wir fachlich und beratend von unserem Gründungsmitglied Martin Osing und seinem Netzwerk in Hinblick auf sinnvolle Saatgüter, Anbaumethoden, Fruchtfolgen, Bodenoptimierung. Und das alles im Rahmen eines ökologisch sinnvollen, rein biologischen Anbaus für eine gesunde Ernährung und mit pädagogischem Mehrwert für die Region.