Warum Tansania?

In der föderalen Republik Tansania leben 2018 mehr als 50 Mio. Menschen. Die Bevölkerung wächst weiterhin stark, eine tansanische Frau bringt heute im Durchschnitt rund 5 Kinder zur Welt. So ist der ostafrikanische Staat  auch demographisch ein besonders junges Land, deutlich über 40% der Tansanier sind nicht einmal 15 Jahre alt.

Flächenmäßig ist Tansania mehr als zweieinhalb mal so groß wie Deutschland. Mit dem Kibo, Afrikas höchstem Gipfel im Kilimandscharo-Massiv, dem Serengeti-Nationalpark und Anteilen an den drei größten Seen des Kontinents bietet das artenreiche Land weltbekannte Naturschönheiten. Hauptstadt ist Dodoma, der Regierungssitz Dar es Salaam. Die Nationalsprache ist Swahili, Amtssprache Englisch. Im Land werden jedoch 125 Sprachen gesprochen. Christentum und Islam sind landesweit mit einem Anteil von je rund 40% in etwa gleich weit verbreitet, verschiedene Naturreligionen ergänzen das spirituelle Leben in Tansania.

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Naturvolk der Massai

Seine Geschichte ist jung und vor allem geprägt von den Kolonialmächten. Im Jahr 1885 meldete die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ territoriale Ansprüche für das deutsche Kaiserreich an und versuchte, eine deutsche Kolonie aufzubauen. Als dieser Versuch 1888 mit einem Aufstand der Einheimischen zusammenbrach, antwortete das deutsche Reich mit militärischer Gewalt. Im Ergebnis entstand die Kolonie „Deutsch-Ostafrika“.

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Mount Kilimanjaro Nationalpark

Während des Ersten Weltkriegs eroberten dann belgische und britische Truppen das Festlandgebiet des heutigen Tansania. Es geriet damit, britisch verwaltet als Tanganyika Territority, unter Völkerbundmandat.

Erst 1961 schließlich entließen die Briten Tanganyika in die Unabhängigkeit. Das Land schloss sich mit der 1964 ebenfalls unabhängig gewordenen Insel Sansibar dann zum heutigen Staat zusammen, zur Vereinigten Republik Tansania.

Tansania zählt heute zu den ärmsten Ländern der Erde.  Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt von weniger als 2 US-Dollar pro Tag.  Malaria und AIDS sind die großen Geißeln des Landes. Jedes Jahr sterben etwa 60.000 Menschen an Malaria, rund 6% der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren sind HIV-positiv. Verbreitet sind jedoch auch Cholera und typische Tropenkrankheiten wie Dengue-Fieber, Bilharziose und Schlafkrankheit. Die medizinische Versorgung der Menschen ist, trotz  erreichter Fortschritte, insgesamt unzureichend. Insbesondere in ländlichen Regionen.

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Abendstimmung im Nationalpark Serengeti

Tausende tansanische Kinder wachsen deshalb heute als Waisen auf. Die Lebenserwartung eines in 2017 geborenen Menschen in Tansania liegt bei etwa 60 Jahren und damit etwa zwei Jahrzehnte unter  der eines zeitgleich  Neugeborenen in Deutschland.

Bildung ist in allen Teilen der Welt ein Schlüssel zur Entwicklung. Das tansanische Schulsystem steht unter staatlicher Hoheit. Offiziell müssen seit 2002 keine Schulgebühren mehr bezahlt werden. In Wirklichkeit jedoch müssen sich die Eltern oft an den Bildungskosten beteiligen, etwa für Schulspeisung, Bücher, Schulmobiliar, Hefte oder Schuluniformen. Gerade in besonders armen, ländlichen Regionen führt dies zu einer ungerechten Verteilung an Bildungschancen.

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Landestypischer Schulraum – Schülerinnen und Schüler in den üblichen Schuluniformen

Alles in allem Gründe genug für ein Engagement des ZAC e.V.